Die geheimen Botschaften in Reisekatalogen

Das was man liest, muss nicht das bedeuten, was man darunter versteht. Beschreibungen und Darstellungen in Reisekatalogen oder im Internet haben nicht immer mit der Realität zu tun und können schnell Enttäuschungen im Urlaub verursachen. Wer freut sich nicht viele Monate auf seinen  wohlverdienten Urlaub, den er sich sorgsam im Katalog ausgesucht und gebucht hat. Oftmals entsprechen die Beschreibungen in den Katalogen allerdings nicht der Realität. Mängel werden verschleiert, nicht erwähnt oder beschönigt. Die meisten Reiseveranstalter werden stets versuchen ihre Angebote von der allerbesten Seite zu zeigen. Um diese Beschreibungen richtig einschätzen zu können, sollte man die Sprache der Reisekataloge verstehen lernen. Manches liegt dort zwischen Wahrheit und Dichtung. Fotos werden mit Weitwinkelobjektiv aufgenommen oder nachträglich bearbeitet oder retuschiert. Allerdings gibt es Übersetzungshilfen für die gängigsten und typischen Reisekatalog-Formulierungen:

15 Minuten zum Strand“ können zu Fuß oder per Bus/Auto gemeint sein. Ein „aufstrebender Ferienort“ bietet mit Sicherheit noch Baulärm und eine noch fehlende Infrastruktur. Der begehrte „Meerblick“ kann vielleicht nur durch eine Baulücke oder schräg vom Balkon aus zu sehen sein. Der beliebte „naturbelassene Strand“ hat meist nichts mit dem zu tun, was man erwartet. Oft gibt es dort keine richtige Infrastruktur, der Strand ist nicht gereinigt und es wird sicherlich keine Gastronomie vor Ort sein.

Ein „direkt am Meer“ gelegenes Hotel muss nicht am Strand liegen. Es kann sich durchaus um eine Steilküste handeln oder das erhoffte Baden ist nicht möglich. Eine „zentrale und verkehrsgünstige Lage“ des Hauses bedeutet leider oftmals ein reges Nachtleben, viel Verkehr und nächtlichen Lärm. „Idylle in ruhiger Lage“ steht meist für „tote Hose“, völlig losgelöst von touristischen Angeboten. Eine „landestypische Einrichtung“ ist oftmals spartanisch oder sehr einfach. Steht im Katalog etwas von einem „kurzen Transfer zum Flughafen“, dann kann dies durchaus heißen, dass es viel Fluglärm gibt und das Hotel in der Einflugschneise liegt.

Eine „einheimische Küche“ oder ein „kontinentales Frühstück“ bedeuten einfache Kost ohne Extras. Eine „örtliche Reiseleitung“ besagt, dass niemand vom Reiseveranstalter vor Ort ist. „Kinderfreundlich“ steht meist für eine turbulente und laute Umgebung. Ein „neu eröffnetes Hotel“ muss nicht fertig sein. Der „Direktflug“ ist kein Nonstop-Flug ohne Zwischenlandungen. Eine „zweckmäßige Einrichtung“ bedeutet nur, dass es einen Schrank, ein Bett und einen Stuhl geben muss. „Internationale Atmosphäre“ kann eine alkoholbeeinflusste und laute Stimmung bedeuten. Die meist recht blumige und extrem positive Sprache der Reisekataloge sollte man richtig interpretieren, um keine bösen Überraschungen im Urlaub zu erleben.

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